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Startschuss für Beratungsgutscheine

Foto: Ruth Weitz Ab sofort können die Bürgerinnen

Businessplan für Bereitschaftspraxis

Die KVB hat den in der Sitzung am 11.11.2016

Fit für Azubis

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Strategie


Die Strategie der Odenwald-Allianz resultiert aus dem Umstand, dass die Beschäftigung mit den verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung für die Bürgermeister – bei allem Interesse am Thema – weitgehend Neuland war und zu großen Teilen auch immer noch ist. So war es zunächst notwendig, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass auf jeden zukünftig die Praxis schließenden Hausarzt genau ein Hausarzt folgen muss und dass es Aufgabe der einzelnen Bürgermeister sei, für seine Kommune genau diesen einen Hausarzt zu finden. Es genügt auch nicht, einem solchen Hausarzt Praxisräume in einem Ärztehaus zu günstigen Konditionen zur Verfügung zu stellen.

Die heute tätigen Ärzte wollen nicht durch berufsfremde Maßnahmen zusätzlich belastet werden. Sie wollen sich auf ihre rein ärztlichen Tätigkeiten konzentrieren können. Sie sehen die Notwendigkeit, die Praxen attraktiv zu halten und sie wollen ihre Patienten auch dem Erreichen der eigenen Altersgrenze weiterhin ärztlich gut versorgt wissen.

Der ärztliche Nachwuchs, sofern er sich überhaupt für eine ambulante Tätigkeit interessiert, ist v.a. weiblich. Die Ärztinnen wollen ihre beruflichen Risiken gut kalkulieren können, sie haben Erwartungen an Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, die sich von denen der Ärzte, die sich vor 20 Jahren niedergelassen haben, wesentlich unterscheiden. Einer dieser Unterschiede ist der Wunsch nach Teamarbeit, nach kollegialer, interdisziplinärer und auch interprofessioneller Zusammenarbeit.


Für Campus GO waren folgende Erkenntnisse und Maßnahmen wesentlich:

In einer Region wie im bayerischen Odenwald müssen die Kommunen in einem Versorgungsbereich zusammenarbeiten und sich auf ein gemeinsames Vorgehen „aus einer Hand“ verständigen. Die Odenwald-Allianz mit ihrer finanziellen Basisförderung und ihrem Strategiepapier bietet dafür eine gute Voraussetzung.

Die Kommunen werden den Herausforderungen und ihrem Auftrag am ehesten gerecht, wenn sie sich nicht ausschließlich auf die niedergelassene Ärzteschaft und die Hausärzte konzentrieren. Zur Förderung und Bewahrung von Gesundheit und Lebensqualität müssen neben der ärztlichen bzw. medizinischen Versorgung auch eine gute Pflege und verschiedene Therapie- und Beratungsangebote gut erreichbar sein.

Auch gute Bildung, eine gute Infrastruktur, attraktive Freizeitmöglichkeiten, ein breites kulturelles Spektrum, Mobilitätsangebote – vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen – und ein tragfähiges soziales Miteinander in Familien, Nachbarschaften und Vereinen sind Faktoren für Lebensqualität und Zufriedenheit und damit wichtige Säulen für eine gesundheitsfördernde Lebenswelt.


Campus GO: Personal- und Organisationsentwicklung

Die Odenwald-Allianz spricht daher konsequenterweise von der „wohnortnahen Gesundheitsversorgung“, zu der auch Information, Beratung, Schulung  und Betreuung zählen. In den Gesundheitszentren in Amorbach und Miltenberg sollen Leistungen gebündelt werden, die die Gesundheitsversorgung in einem solch umfassenden Sinn ermöglichen.

Neben den beiden Gesundheitszentren stellen die ambulanten Praxen und die Pflegeeinrichtungen wichtige Knotenpunkte und Schnittstellen in dem regionalen Versorgungsnetz dar, ebenso die Krankenhäuser und Kliniken im Einzugsbereich.

Die Erfahrungen, Bedürfnisse und Präferenzen der Patienten und der ambulant tätigen Ärzte und Therapeuten werden in der nächsten Zeit erfasst, um Angebot und Nachfrage auch über die Grenzen der kommunalen Verwaltungen und der Landesgrenzen hinweg in der Leistungsbeschreibung von Campus GO berücksichtigen zu können.

Wie eine „Nabelschnur“ verbinden die ambulanten Pflegedienste der Region die beiden Gesundheitszentren und die Praxen. Insbesondere die von den Pflegediensten betreuten Patienten und pflegebedürftigen Menschen werden von den neuen Technologien aus dem Bereich der Telemedizin und des AAL profitieren, deren Einsatz die Odenwald-Allianz unterstützt.


IT-Vernetzung und neue Informations- und Kommunikationsmedien bilden für Campus GO ein konstitutives Element.

Begriffe wie eHealth und Telemedizin werden in den Gesundheitszentren der Odenwald-Allianz mit Leben gefüllt. Sie bieten auch die Möglichkeit der Einbindung der außerhalb der Zentren tätigen Gesundheitsdienstleister, egal ob Praxis, Krankenhaus, Pflegeheim, Apotheke oder Sanitätshaus.

V.a. bieten sie den Endnutzern, den Patienten, den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen und Betreuungspersonen, die Möglichkeit zum besseren Verständnis und zur damit aktiveren Mitwirkung im Behandlungsprozess.

Um die an der Arbeit der Odenwald-Allianz interessierten Ärzte nicht noch mehr zu belasten, übernimmt das Projektmanagement von Campus GO die Aufgabe, die Angebote auf dem Markt der Telemedizin, des AAL und der IT-Vernetzung (z.B. Software für Arztpraxen und Ärztenetze) den Akteuren der Odenwald-Allianz bekannt zu machen. Bis Anfang 2017 finden entsprechende Informationsveranstaltungen und Workshops mit hohem Praxisbezug statt. Auch die Bevölkerung bekommt die Möglichkeit zur Teilnahme, denn sie hat mittlerweile Anspruch auf bestimmte Leistungen, die sich durch den Einsatz moderner Software leichter bereitstellen lassen, z.B. der Medikationsplan. Ein wichtiger Partner dabei wird das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen sein. 

Um die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Campus GO zu erreichen, sprechen die Akteure der Odenwald-Allianz mit verschiedenen Verbänden der Ärzteschaft und mit den Kostenträgern. Außerdem suchen Sie den Austausch mit Gesundheitszentren und “besonderen Praxisnetzen” (gem. § 87b SGB V) in anderen Bundesländern.

Die Odenwald-Allianz strebt mit „Campus GO“ die Anerkennung als Modellregion an. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und das Demografie Netzwerk konnten dafür bereits als Unterstützer gewonnen werden.

Zusammengefasst handelt es sich beim dem Prozess zur Realisierung von „Campus GO“ um ein umfassendes Gesamtpaket an Maßnahmen der Personalentwicklung und der Organisationsentwicklung.

Die Kommunikationsmaßnahmen der Odenwald-Allianz für „Campus GO“ werden weiter ausgebaut, u.a. wird „Campus GO“ in sozialen Netzwerken und in den Fachmedien präsent sein.

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